Knapp. Sehr knapp!



Am vorletzten Wochenende startete Julian Iwanowski „außer Konkurrenz“ bei den brandenburgischen Landesmeisterschaften in Jüterbog im Blockmehrkampf Wurf in seiner AK U 16.

Hier wollte er versuchen, das höchstmögliche Saisonziel - die Qualifikation für die deutschen Jugendmeisterschaften in dieser Mehrkampf - Disziplin - zu erreichen.

Bei den Berliner Meisterschaften im Mai, die er deutlich gewinnen konnte, verfehlte der das Ziel knapp um 39 Punkte (Norm: 2.500 Punkte).

Athlet und Trainer waren sich jedoch einig, dass noch ein zweiter Versuch gestartet werden sollte. Rückblickend auf das Trainingsjahr war es – so oder so – schon sensationell, dass Julian diesem Ziel so nahe gekommen war. Durch wachstumsbedingte Ursachen konnte die eigentlich hierfür notwendige Intensität im Training nie aufgebaut werden. Einzig seinem außerordentlichen Talent war es zu verdanken, dass er sich trotzdem Hoffnungen auch bei diesem zweiten Versuch machen konnte.

Da alle etatmäßigen VfB-Trainer im Urlaub oder verhindert waren, wurde Julian bei diesem Wettkampf von seinem Bruder Simon betreut.

In der ersten Disziplin, dem Diskuswurf , lieferte er mit 26,23 m eine durchwachsene Leistung ab, ließ unterm Strich hier aber wichtige Punkte liegen.

Auch in der zweiten Disziplin, dem 80 m-Hürdenlauf, blieb er mit 12,88 Sekunden unter seinen Möglichkeiten und „verlor“ weitere eingeplante Punkte.

In der dritten Disziplin, dem Weitsprung, war er dann voll „drin“ im Wettkampf, 5,26 m bedeuteten eine deutliche Verbesserung der persönlichen Bestleistung.

Den 100 m-Sprint absolvierte daraufhin in 12,32 Sek. Diese Zeit war besser als „eingeplant“, nah dran an der eigenen Bestzeit und für die schon vierte Disziplin außerordentlich gut.

Nun musste im Kugelstoßen eine Weite von ca. 9,45 m her, um die noch fehlenden Punkte einzufahren. Im Training hatte er angedeutet, dass dieses möglich ist. Seine bisherige Wettkampbestleistung lag bei 8,95 m. Er wuchtete die 4 kg Kugel in seinem besten Versuch dann auf 9,31m. Das war zwar wiederum eine deutliche Steigerung der pB, aber nicht weit genug für die fehlenden Punkte.

Am Ende verfehlte er mit 2.493 Punkten sein Ziel außerordentlich knapp um 7 Punkte.

Auch solche vermeintlich banalen Dinge wie vier neue Bestleistungen konnten in diesem Moment natürlich kein wirklicher Trost sein.

Unterm Strich bleibt aber festzuhalten, dass unser letztjähriger Sportler des Jahres unter den gegebenen Voraussetzungen eine herausragende Leistung abgeliefert hat. Er wird mit Sicherheit in der Zukunft noch genügend Gelegenheiten bekommen, bei nationalen Einzelmeisterschaften an den Start gehen zu können.

Jetzt steht erstmal der verdiente Urlaub an.

Holger Twele