Deutsche Team-Meisterschaften der U20


Deutsche Jugendmannschaftsmeisterschaften, so hießen sie früher. Der Name hat sich geändert, geblieben ist der Vergleich der besten Deutschen Club-Mannschaften bei der in diesem Jahr im Stadion Lichterfelde in Berlin ausgetragenen Endrunde der DM Team. Nach den Deutschen Meisterschaften der „Aktiven“ war es eine weitere Deutsche Leichtathletik-Meisterschaft in diesem Jahr in Berlin.

Während sich die U16 der LG NORD Berlin nicht für die DM Team qualifizieren konnte, waren sowohl die weibliche als auch die männliche U20 als beste Berliner Teams, als jeweils Sechste, für das Finale qualifiziert. Allein diesen Platz zu halten, wäre eine kleine Sensation gewesen. Realistisch betrachtet, musste von Platz 4 bis 7 für beide Mannschaften ausgegangen werden. Schließlich hatte sich der hochgelobte SCC dafür schier gar nicht qualifiziert.

Nur 3 VfBer waren in diesem Jahr dabei, Michael Götz bei den Männern, Henriette Brüning und Cosima Scharf bei den Frauen.

Schlechthin ist es nicht so einfach, es überhaupt in den LG NORD-Kader zu schaffen, der interne Konkurrenzdruck ist schon gewaltig.

Langsprinter, Michi, „durfte“ erneut die 800 bestreiten und als Startläufer der 1. LG NORD-Staffel wieder vom Block aus loslaufen.

Die Frauen, Cosima und Henriette, konnten sich auf den 800 und den 3000 austoben.

Sehr früh am Sonntagmorgen, dem 08.09.2019, mussten die Athleten aus den Federn. Nachdem sie noch am Vorabend an der Mannschaftsbesprechung im Sport-Casino und im Vereinsheim teilgenommen hatten, erschienen sie pünktlich gegen 08:30 an der Wettkampfstätte. Es wurde ein langer Tag für sie.

Schon gegen 10:20 waren unsere Frauen über die kurze Mittelstrecke gefordert, direkt nach ihnen Michi.

Die 800 m-Läuferinnnen waren auf 3 Läufe aufgeteilt. Elisabeth Rogoll (TF, Jg, 2000), hatte die beste pBZ vorzuweisen und zeigte ein großartiges Rennen.

Henriette, Jg 2002, machte es im 2. Lauf ebenfalls vorzüglich. Mutig und bis zur 600 m-Marke war sie auf Bestleistungskurs. Die 600 m war sie vorher noch nie so schnell gelaufen. Lauftechnisch waren auch die letzten 200 m perfekt. Am Ende blieb sie rund 1 Sekunde über ihrer pBZ und war doch schneller als bei der Vorrunde im Mai.

Mit den Leistungen der anderen 800 m-Läuferinnen hätte es Cosima, Jg. 2002, nun gemütlich angehen lassen können, sie hätte sogar aussteigen können. Die Punkte hatten die beiden Anderen bereits „eingefahren“. Aber Cosima wollte ihre Fähigkeiten auch auf der „Unterdistanz“ demonstrieren.

Michis Trainingsrückstand offenbarte sich auf der Schlussrunde. Gewohnt flott begann auch er seinen 800er. 200 m: Auf Punkt. 400 m: Auf Punkt. Auch bis bis zum Ende der vorletzten Kurve sah alles noch vielversprechend aus. Aber bereits die 600er-Gerade erwies sich als Problem. Andere wären ausgestiegen, aber das hat Michi noch nie gemacht. Punkte waren nicht zu verschenken und Michi kämpfte mit der Strecke – und sich. Zwar konnte er die Zeit aus der Vorrunde nicht ganz erreichen, aber, hohe Anerkennung für die tolle Moral!

Nach ihren Rennen hatten unsere Sportler über 5 Stunden Leerlauf. Als sehr zweckdienlich erwiesen sich die Yogamatten, auf denen es sich die Athletinnnen bequem machen konnten – eingehüllt in wärmende Decken.

Massenstart über 3000 m! Eine Gruppe startete direkt an der Evolvante, Cosima und Henriette auf Bahn 4 mit Kurvenvorgabe. Nach 100 m drängelten dann alle auf die Innenbahn.

Die spätere Siegerin enteilte dem Feld schon auf den ersten Metern. Elisabeth klemmte sich sofort hinter die Zweite, direkt dahinter Cosima. Auch Henriette blieb auf Tuchfühlung.

Lange konnte Cosima den 4. Platz halten und es sah sogar aus, als ob sie bald einen Angriff auf die vorderen Plätze starten würde – doch dann kamen die letzten 300 m... Als Lauffünfte verfehlte sie zwar ihre pBZ, aber dieser Wettkampf stimmt optimistisch für ihren Start in Portugal und auch sie war schneller als bei der Vorrunde im Mai.

Henriette musste immer noch „Ergebnissicherung“ betreiben, also durchlaufen. Am Ende stand für sie sogar eine pBZ – leicht und locker gelaufen!

Die 4 x 100 m-Staffel ist für Michi nichts Besonderes. Ein Superstart und ein großartiger Wechsel auf Nathan Rober (TF) waren die Grundlage für exzellente 46,17 sec.

Die LG NORD-Männer haben das Ergebnis der Vorrunde nicht ganz erreichen können (13.890 Punkte waren es im Mai, jetzt „nur“ 13.739 Punkte). Die verletzungsbedingten Ausfälle im Werferbereich hätten allerdings nicht zu einer besseren Platzierung geführt.

Ähnlich ist es bei den Frauen. Die haben zwar ein besseres Ergebnis als in der Vorrunde erzielt (11.554 Punkte waren es im Mai, jetzt sogar 11.603 Punkte), aber auch die Ausfälle im Sprungbereich waren nicht ursächlich für die Platzierung und zu den Nachbarplätzen waren die Punktabstände immens.

Letztlich haben alle ihr Bestes gegeben und man muss neidlos anerkennen: Andere waren an diesem Tag einfach besser.

Wir freuen uns mit unseren Athleten über ihre fabelhaften Leistungen.

Ein 7. Platz bei Deutschen Meisterschaften ist wohl allemal ein Grund, stolz auf unsere jungen Sportler zu sein.


Statistik:


Name

AK

Disziplin

Leistung

Bemerkungen

Michael Götz

U20

800 m

02:11,66

582 P

Henriette Brüning (U18)

U20

800 m

02:27,81

523 P

Henriette Brüning (U18)

U20

3000 m

12:04,17

PBZ

478 P

Cosima Scharf (U18)

U20

800 m

02:36,14

479 P

Cosima Scharf (U18)

U20

3000 m

11:16,43

537 P