Großartiger Jahresauftakt - Grand Slam für Livia


Livia Eisenberg knüpft nahtlos da an, wo sie im letzten Jahr aufgehört hat. Beim Gerhard-Schlegel-Sportfest, am 08.01.22, in der Rudolf-Harbig-Halle, unterstrich sie ihre Position, die sie mittlerweile berlinweit innehat.

Mit dem ersten 3 m-Sprung ihrer Karriere im Stabhochsprung eröffnete sie ein Wochenende der Superlative.

Bei ihren drei Einzelstarts stellte sie insgesamt 6 Clubrekorde für die AKen U20 und Frauen auf.

Sehr früh hieß es für sie, die Stäbe zur Sprunganlage zu bringen. Das gewohnte Aufwärmprogramm, ausmessen des Anlaufs sind längst Routine.

Sehr unerwartet kam, dass sie als einzige Springerin im „Wettbewerb“ war, was wiederum Möglichkeiten (für den Trainer) zum Experimentieren bot.

Einerseits konnten die Sprünge zügig absolviert werden, was andererseits nicht unbedingt der erforderlichen Regeneration guttut. Letztlich tat der Rhythmus, der sich daraus ergab, der Leistung sehr gut.

Beinahe wäre jedoch der schöne Erfolg vercoacht worden. Wie erreicht man, mit möglichst wenigen Sprüngen die Bestleistung zu verbessern? Die Anfangshöhe von 2,60 m war kein Problem, auch die 2,80 m nicht. Als Trainer muss man dann manchmal ein größeres Risiko eingehen - denkt man manchmal.... Die Steigerung auf gleich 2,95 m (das wäre pBL gewesen), war dann vielleicht doch zu ambitioniert. Die Athletin rettete ihren Trainer im letzten Versuch und belohnte sich zugleich mit einem neuen Clubrekord der U20 und Frauen.

Bei der nächsten Höhe waren sich Athletin und Trainer einig: 3 m.

Livia war im Training bereits wesentlich höher gesprungen, aber der Wettkampf kennt eigene Gesetze. Im 3. Versuch war die „Schallmauer“ endlich durchbrochen und Livia findet sich somit auf Platz 3 der ewigen Bestenliste der LG NORD wieder.

Auch die 3,05 m waren an diesem Tag möglich. Die leichte Berührung im letzten Versuch reichte allerdings, um die Latte zu reißen.

Den 60 m-Rekord hielt keine Geringere als Henriette Brüning. Den zu knacken war dann schon die nächste Herausforderung. Im Training konnte kaum Sprint trainiert werden, sodass der üblich (relativ) schwache Start ein großes Hindernis war. Doch je länger die Strecke wird, je besser kann Livia ihre Sprintfähigkeit ausspielen. 8,68 sec, den alten Rekord (U20/F) um über eine Zehntel verbessert – 2. Start, 2. Erfolg.

Die Pause vor dem Hochsprung mit ausgiebiger Regeneration genutzt, um dann wieder frisch an die Anlage und vielleicht in den Bereich der eigenen Bestleistung zu kommen – mehr war nicht zu erwarten, denn auch das Hochsprungtraining musste in den letzten Wochen den neuen Prioritäten Platz lassen.

Obwohl der Anlauf nie ein Problem war, zeigte Livia an diesem Tag eine erstaunliche Kreativität, sodass ein komplett neuer Anlauf improvisiert werden musste… Eigentlich konnte das nur schief gehen, aber auch hier zeigte sich Livias enorme Fähigkeit, mit ungewohnten Situationen optimal umzugehen.

Im letzten Jahr hatte sie sich um 7 cm, verbessert und hält den Rekord bis zur Frauenklasse.

1,37 – 1,42 m im ersten Versuch, die Einstellung der eigenen pBL im 2. Versuch (1,47 m) – das Ziel war damit schon erreicht. Als dann sogar im 3. Versuch die 1,50 m übersprungen werden konnten, war der Jubel bereits grenzenlos. Wieder ein neuer Rekord in der U20/F.

Erfahrung mit der Überbietung der eigenen Bestleistung hatte Livia bereits beim Stabhochsprung gesammelt und nun sprang sie im 2. Versuch auf die neue Rekordhöhe von 1,53 m.

Was wäre jetzt noch das I-Tüpfelchen gewesen? Deutsche Norm mit der 4 x 200 m-Staffel der LG NORD. Die Chancen standen gar nicht schlecht. Fraglich war, ob Katharina Hanke (TF) die kurz zuvor gelaufenen 400 m halbwegs verkraftet hatte. Lara-Maria Sdorra (TF) lief unheimlich schnell an und Katharina konnte sogar als Erste auf Charlotte Schliek (TF) übergeben. Livia übernahm als Zweite, musste kurz ausweichen, konnte aber letztlich nicht mehr gegenhalten – gegen keine Geringere als Tamila Markgraf vom SCC...

Wichtig war nun die Laufzeit. 1:48,00 ist die DM-Norm. Die Uhr blieb stehen bei 1:46,31. Das Ziel war erreicht: Sich gleich beim ersten Versuch für die Deutschen Meisterschaften in Sindelfingen zu qualifizieren!

Damit hatte Livia an diesem Tag alles erreicht: Clubrekorde in 3 verschiedenen Einzeldisziplinen und die DM-Norm in der Staffel – Grand Slam!


Es waren nicht die einzigen Highlights des Tages:

Ekaterina Lazarenko stellte einen neuen Clubrekord in der wU18 über 60 m auf: 8,83 sec!

Simon Iwanowski lief ebenfalls pBZ über 60 m: 7,82 sec.

25,30 sec über 200 m waren eine gute Vorbereitung für die abschließende 4 x 200 m Staffel, in der Simon Startläufer für die LG NORD war. 1:40,12 min reichte noch nicht ganz zur DM-Norm.


Wir gratulieren unseren erfolgreichen Athleten herzlich!


Livia und Alissa Eisenberg steigen nach den Ferien ins Spezialtraining Stabhochsprung ein. Wir wünschen beiden viel Spaß und Erfolg an ihrer (neuen) sportlichen Ausrichtung.