NDM U20/16, Lübeck, 20./21.06.2024

Bei den Norddeutschen Meisterschaften der Jugend U20 und U16 präsentierte sich die LG NORD Berlin mit einer starken und breit aufgestellten Mannschaft. Neben mehreren Podestplatzierungen und Saisonbestleistungen wurden auch wichtige DM-Normen erfüllt

Von Carina Balcerowski, Holger Twele, Maike Hammerschmidt

 

U20

Ein besonderes Ausrufezeichen setzte die 4x100m-Staffel der männlichen Jugend U20. In der Besetzung Fabian Jessa, Konstantin Tchernyi, Titus Lehmann und Marley Walter lief das Quartett ein sehr starkes Rennen und sicherte sich in 43,35s den Norddeutschen Meistertitel. Gleichzeitig erfüllte die Staffel damit die DM-Norm U20 und erzielte eine Saisonbestleistung. Der Staffelerfolg unterstreicht die mannschaftliche Stärke der LG NORD im Sprintbereich.

Auch in den Einzeldisziplinen zeigten die Sprinter starke Leistungen. Konstantin Tchernyi überzeugte über 100m bereits im Vorlauf mit 10,93s. Damit erfüllte er die DM-Norm U18 und U20 ein zweites Mal und qualifizierte sich souverän für das Finale. Dort belegte er in 11,02s einen starken 5. Platz. Über 200m lief Konstantin zudem 22,86s und sammelte damit ein weiteres gutes Ergebnis für die LG NORD.

Über 200m sorgte Chayan Castro Garcia für einen der stärksten Auftritte des Wochenendes. Im Vorlauf lief er herausragende 21,53s, erfüllte damit deutlich die DM-Norm U20. Obwohl er mit dieser Zeit sportlich für den Endlauf als Favorit galt, verzichtete Chayan vorbeugend auf den Endlauf, um kein unnötiges Verletzungsrisiko einzugehen.

Weitere gute Sprintleistungen kamen von Fabian Jessa, der über 100m 11,28s lief, sowie von Marley Walter, der hier 11,65s erreichte. Marley trat außerdem über 400m an, musste den Lauf jedoch verletzungsbedingt aufgeben. Titus Lehmann war gleich mehrfach im Einsatz und zeigte eine vielseitige Leistung. Über 100m lief er 11,63s, über 200m 23,46s und über 400m erzielte er mit 51,78s sein bestes Ergebnis des Wochenendes. Luca Radunz kam über 200m auf 23,28s.

Im Langsprint und Hürdenbereich zeigte Helge Kolinko ein starkes Wochenende. Über 400m lief er 52,65s. Noch stärker präsentierte er sich über 400m Hürden: In 57,63s belegte er den 4. Platz und verpasste die DM-Norm U20 von 57,50s nur denkbar knapp.

Theodor Kubsch, hatte auf den Start über die 800m verzichtet, um sich auf die 1500m zu konzentrieren. Dabei erreichte er sein klares Ziel, die Norm für die Deutschen Meisterschaften (4:13,2min) zu unterbieten. Nach 1000m war Theo etwa 3 Sekunden zu langsam unterwegs. Doch auf den letzten 500m konnte er noch einmal alle Kräfte mobilisieren. Nach 4:12,02min lief er als 7. über die Ziellinie. Bestleistung und Norm!

In den Sprungdisziplinen überzeugten vor allem die Dreispringer. Thatshiso Frederking-Smith sprang 12,97m und erreichte damit den 5. Platz. Nur einen Zentimeter dahinter folgte Linus Strasser, der mit 12,96m Sechster wurde. Die beiden Athleten, die noch gehören der U18 angehören, präsentierten sich damit sehr stabil und sorgten für zwei weitere Top-8-Platzierungen der LG NORD.

Ein weiterer Podestplatz gelang Reimondé Schörling im Speerwurf. Mit 57,20m belegte er den 2. Platz und wurde damit Norddeutscher Vizemeister. Die DM-Norm U20 von 58,00m verpasste er nur knapp, dennoch war seine Leistung eines der besten Einzelergebnisse der LG NORD an diesem Wochenende.

 

Auch die weibliche U20 zeigte gute Leistungen. Phoebe Adenmosun setzte über 100m Hürden ein starkes Zeichen. Ihre beste Zeit lief sie im Finale mit 14,42s, womit sie den 4. Platz belegte und die DM-Norm U20 erneut erfüllte.

Im Hochsprung erreichte Helene Marie Fellerhoff mit übersprungenen 1,58m den 3. Platz und sicherte der LG NORD damit eine weitere Medaille. Im Sprintbereich lief Yuna Bauer über 100m als beste Zeit 12,57s und über 200 m 26,38s. Pauline Hochschild erreichte über 100m 12,83s und qualifizierte sich damit für den Zwischenlauf.

Am Sonntag gingen die Mittelstrecken-Läufer*innen, die alle bei Jive Müller trainieren, an den Start. Julia Fröhlich (U18) und Hermine Tonch wollten ihre gute Form über 1500m unter Beweis stellen. Hermine legte eine gute Startphase hin und behielt im gesamten Rennverlauf Anschluss zu anderen Läuferinnen oder überholte, wenn das Tempo zu langsam wurde. 400m vor Schluss war ihr nicht anzusehen, dass die Beine allmählich schwer werden, sodass sie mit 4:51,81min ihre Bestleistung um 2,5 Sekunden steigern konnte und am Ende Platz 9 erreichte. Auch Julia lief aufgrund eines starken Schlusssprints auf den letzten 150m eine Bestleistung und unterbot die Norm für die Deutschen Meisterschaften erneut. 4:52,51min bedeuteten Platz 10.

 

U16

Den Auftakt für die U16 machten Emma Freudenberger, Jasmin Kattner, Charlotte Höhn und Clara Benke über die Vorläufe der 100m. Während Emma mit viel Gegenwind noch nicht ganz so zufrieden mit ihrer Zeit (12,77s) war, sah das bei den anderen drei Mädels ganz anders aus. Während Jasmin mit 12,99s erneut unter 13 Sekunden lief verbesserten sich Charlotte und Clara auf 13,04s und 13,41s. Im Zwischenlauf steigerte sich Emma auf 12,43s und zog als Dritte souverän ins Finale ein. Endstation war hier für Jasmin mit 12,94s und Charlotte mit 13,05s. Im Finale wurde es dann für Emma nochmal richtig flott. In einer neuen persönlichen Bestleistung von starken 12,28s durfte sie sich über die Bronzemedaille freuen. Bei den Jungs war Michael Petzold unser Vertreter über die 100m. Mit 12,31s im Vorlauf lief er ganz nah an seine Bestzeit heran.

Parallel zu den Sprints warfen Anton Sedlatschek und Frederic Loewenthal den Speer. Anton überbot mit 40,57m erneut die 40m-Marke, an der sich Frederic trotz neuer Bestleistung von 39,94m noch immer die Zähne ausbeißt. Für die beiden - sowie für die meisten U16-Athleten - war es die erste „größere“ Einzelmeisterschaft, bei der sie sich mit dem 6. und 7. Platz gut präsentieren konnten.

Über die 300m Hürden startete Emma Eschenbrenner, die leider aufgrund von Krankheit und Verletzung zuletzt kaum trainieren konnte und das auf den letzten Metern nach einem guten Angang mit einer Endzeit von 53,35s auch merkte.

Nach ein bis sogar drei Läufen über die 100m der Mädels waren die Beine zwar schon etwas schwer, dennoch stand noch ein Höhepunkt mit der 4x100m-Staffel in der Besetzung von Charlotte, Emma, Clara und Jasmin an. Sie verbesserten sich sogar - trotz noch ausbaufähigen Wechsel - deutlich und liefen in einer tollen Zeit von 49,38s als Dritte über die Ziellinie.

Beneidenswert waren unsere 3000m-Läuferinnen und -Läufer am Ende des Tages überhaupt nicht bei diesen schwül-heißen Temperaturen. Die Hitze schlauchte ungemein. Lea Lankes und Vera Buchenau meisterten die Strecke in 11:19,7min bzw. 11:36,8min. Lea belegte hiermit den 4. Platz und Vera den 6. Platz. Malik Alvin Hauck kam mit der Hitze am besten zurecht und stellte mit 10:10,52min sogar eine neue Bestzeit auf. Er wurde mit dem 7. Platz in der starken Konkurrenz belohnt.

Am zweiten Wettkampftag startete Hanna Schmitt über die Hürden und verbesserte sich auf 13,20s. Der Weitsprungwettbewerb startete in der gesamten Konkurrenz sehr schleppend. Emilia Hermanski packte im dritten Versuch einen Sprung auf sehr gute 5,20m aus und sicherte sich damit einen Endkampfplatz. Am Ende wurde es für sie der 8. Platz.

Ähnlich wie der Weitsprungwettbewerb lief auch der Diskuswettbewerb ab. Viele Athletinnen zeigten hier nicht die Form, die sie in der Saison schon gezeigt hatten. Auch Klara Ludorf blieb mit 24,25m leider hinter ihren eigenen Erwartungen zurück. Dennoch sind es wertvolle Erfahrungen. Das i-Tüpfelchen für die U16 wurden die 800m. Das Geburtstagskind Georg Vannier lief mit 2:12,08min im Bereich seiner Bestzeit. Maskim Lützel, der erst am Mittwoch zuvor die DM-Norm (2:06min) unterboten hatte, lief wie beflügelt in einer fantastischen Zeit von 2:02,99min auf den Silberrang.

Allen Herzlichen Glückwunsch!